Verlust



Vor vielen Jahren, um genau zusein; 10, fing das an, was heute keiner für möglich hält. Was heute längst vergessen ist. Oder doch nicht ? Wahrscheinlich nicht, denn sonst würde ich mich nicht durchringen, diesen Text zu schreiben. Und sie weiß es... wie ich... die Zeit, die wir hatten, war geil...

Vor 10 Jahren:
Bei ihr in der nähe wird ein neuer Kindergarten eingeweiht. Ich wohne grade ein paar Wochen in dem mir noch fremden Stadtteil. Mit 4/5 Jahren sieht man halt noch nicht so viel von einer eigentlich recht kleinen Stadt. Eigentlich sind es unsere Mütter, die zuerst kontakt knüpfen. Man kennt ja keinen... und so kommt es, dass wir in die gleiche Gruppe gesteckt werden...

Kurz darauf sind wir die besten Freundinnen. Nichts kann uns trennen. Der „Tobe-raum“ im Kindergarten wird unsere eigene Welt. Die Welt, in der mit ein paar anderen alles möglich ist. In die wir uns reinträumen... zusammen... jeden Tag...

Naya, und wie das so ist, irgendwann geht die Schule los. Aber wir? Wir sind zu 2.! Egal was passiert. Und... es ist für uns nicht schlimm, zusammen ist nichts schlimm... Nicht einmal, dass wir schon in der 1. Klasse 3 verschiedene Lehrer/innen nacheinander bekommen. Alles kein Problem. Nicht für uns!

Vielleicht gibt es zwischendurch mal stress, aber wo gibt es den nicht ? Die Klasse hält uns zusammen und die Trennung, die viel zu schnell und unerwartet am Ende der 4. Klasse kommt, ist eigendlich schon der Anfang vom Ende. Jedoch sieht man das ja bekanntlich immer zuspät. Vielleicht wollen wir es auch nicht wahrhaben. Vielleicht wissen wir es längst, und wehren uns nicht stark genug dagegen... und so kommt es also, dass ich den wahrscheinlich größten Fehler mache, der derzeit möglich ist...

Die ersten 1,5 Jahre geht alles gut. Wir haben aussicht darauf, bald in einem Gebäude zur Schule zu gehen, weil die Hauptschule aus dem Schulzentrum verschwindet und dafür ihre Stufe der Realschule kommt... Wir schlafen nicht mehr so oft wie sonst beieinander und sehen uns auch nicht mehr regelmäßig, aber auch das trennt uns noch nicht. Nichts kann uns trennen... So denken wir - doch weit gefehlt... Die ganze Kacke hat längst begonnen.
So kommt es, dass wir uns immer mehr auseinander leben. Außerdem finden wir andere Freunde, verschiedene.... total verschiedene – aus anderen Szenen. Wir bekommen / übernehmen andere, unterschiedliche Interessen - und verlieren gemeinsame! Noch 1 Jahr davor waren wir wie schwestern, doch das soll sich bald ändern. Und langsam kriegen auch wir es in den Kopf, langsam merken wir, was passiert... was schon so lange vorher passiert ist;

Eine beste Freundschaft? Kann man das noch so nennen ?
Nein,... Wir wissen es beide. Und lügen uns mehr oder weniger an. Gaukeln uns das „Meine beste Freundin“ nur noch vor, um den anderen nicht zu verletzen. Das erste mal im Leben lügen wir uns an, nicht einmal, tausendfach... Vielleicht wollen wir es selber nicht wahrhaben.

Und irgendwann 2004 passiert es dann... in den Sommerferien platz der Knoten zwischen uns. Ein Streit, den wir beide nicht wollen, bringt uns auseinder... für immer. Ein Streit, indem ich nie einen Sinn sehen werden, indem wir uns ankeifen. Ein Streit, um kein richtiges Thema, eigentlich über alles, was damals war, über unsere Zeit...
Einfach so.


Für mich ist es heute schlimmer als damals.
In dem sommer habe ich den Jungen kennen gelernt, der damals mein leben verändert hat. Mir war damals viel zu viel ganz egal. Auch unser Streit. Es war ein Fehler. Aber er ist nicht rückgängig zu machen. Warum? Ihr werdet jetzt denken „man, versöhnt euch doch, ist doch nichts passiert...“

Doch, es ist viel zu viel passiert!
Wir kommen inzwischen wieder miteinander aus, sind jedoch unterscheidlicher denn je. Und das schlimmste; keiner, den ich kenne, ist mir fremder als sie. Es geht einfach nicht. Wir sind in verschiedene Szenen gerutscht, würde man unsere Freunde zusammen setzen, würde es schlägereien geben. Es geht nicht! Und wenn ich es mir genau überlege – ich weiß nicht, ob ich es überhaupt will. Wir können miteinander nicht mehr all zuviel anfangen. Wir sind uns fremd, als hätten wir uns nie richtig gekannt... Du fehlst mir,...



Wir haben uns verloren; für immer!
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